Funkstille ist das Theaterstück einer Mittelschule aus Unterfranken, geleitet von Peter Reiß. An der Oberfläche handelt es sich um ein Abenteuerstück, jedoch hat es eine tiefere Botschaft. Das Stück befasst sich mit den Themen Handysucht und Abenteuerlust, die gerade bei heranwachsenden Kindern oft vorkommen. Kurz gefasst geht es darum, dass zwei Mädchen mitsamt ihren Freundinnen die Handys entnommen bekommen. Zuerst finden sie mehrere Sachen zu tun, aber ihnen wird schnell langweilig. Danach finden die beiden Schwestern einen Brief, der sie in den dunklen Wald zum Haus einer gruseligen Hexe führt.
Als ich mir das Stück angeschaut habe, kamen mir bei der Kritik immer wieder zwei Schlagwörter in den Sinn: mitreißend und kreativ.
Die Fähigkeit der Schüler, so schnell auf Vorschläge aus dem Publikum zu reagieren und zu improvisieren, war bewundernswert und sicher nicht leicht. Jedoch ließen die kleinen Schauspieler dies ganz leicht aussehen.
Das Bühnenbild war mit einer Mischung aus Leinwand und praktischen Effekten auf eine einzigartige Weise gestaltet. Das Einblenden von Videos für Flashbacks und Zoom-Effekte sowie das Umformen der Leinwand, um sie kurzzeitig zu einer Puppentheaterbühne zu machen, machten dieses Stück für mich zu einem der originellsten Theaterstücke dieser Schultheatertage.
Das Theaterstück erlaubte es den Zuschauern nie, sich zu langweilen. Schon am Anfang sah man, wie dieser „lustige“ und alltägliche Mutter-Tochter-Streit durch Musik und Licht so dramatisiert wurde. Die kurze Improvisation mit Vorschlägen aus dem Publikum und das Publikum das Passwort erraten zu lassen kamen besonders bei den Kindern gut an, aber auch die Erwachsenen hatten Spaß während der Aufführung. Die Tanzszene am Ende war dann noch das Sahnehäubchen obendrauf.
Das war das Mitreißende.
Die Kinder stellten ihre Rollen ganz gut dar. Man merkte zwar manchmal, dass sie etwas nervös waren, aber ganz deutlich sah man auch, dass sie schließlich Spaß hatten.
Julien Perez
- Titelbild: Vincent Mair

